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05.10.2007 Nächste Woche klingt Bayern2Radio indianisch ! In verschiedenen Sendungen gibt es Beiträge und Eindrücke vor allem aus South Dakota, der Heimat der Sioux. Auch WELTgeschichten ist dreimal dabei. Am Montag schon berichten wir unter dem Titel "Auf den Spuren der Sioux" über die erste Spendenreise zu Leonard Little Finger. Am Freitag im Zündfunk geht es um Jugendliche Lakota im Reservat. Und am Samstag Abend morderiert Dirk Rohrbach zusammen mit Achim Bogdahn von 23-24Uhr eine Sendung mit indianischer Musik. Mehr Infos unter http://www.bayern2.de oder hier in der offiziellen Programmübersicht:
„RESERVATION BLUES – Indianerwelten auf Bayern 2“ Vom 7. bis 13. Oktober 2007 Informationen zu den Sendungen
Sonntag, 7. Oktober: 11.00 Uhr: Die „radioTexte“ mit einer Lesung von „Das Manifest des roten Mannes“ von Ernest Thompson Seton. Der weltbekannte Tierschriftsteller und Maler Ernest Thompson Seton (geboren 1860 in England, gestorben 1946 in Santa Fé) siedelte schon als Sechsjähriger mit seiner Familie von England nach Kanada über. In den USA erlebte er, wie die glorifizierte Pionierzeit zur Vernichtung der Lebensgrundlagen, der Kultur und eines großen Teils der Bevölkerung der nordamerikanischen Indianer führte. Durch eigene Beobachtung und längeres Leben in ihrer Mitte, lernte er deren Leben, Geschichte und Religion kennen. Über Jahrzehnte sammelte und ordnete er Material. In den 1930er-Jahren schließlich verfasste er sein wichtigstes Werk unter dem Titel „The Gospel of the Redman“, das 1935 nach kritischer Überprüfung durch amerikanische Wissenschaftler und Vertreter der amerikanischen Ureinwohner veröffentlicht wurde. Die vorgestellten Auszüge setzen, mit Schwerpunkt auf dem sozialen Leben und dem Verhältnis zur Natur, einem, im Einklang mit der Schöpfung stehenden Menschentum, ein Denkmal. 18.05 Uhr: Das „Kulturjournal“ mit dem Essay „Die Benennung der Welt. Von der Kraft indianischer Wörter, Zahlen und Symbole“. Autor: Claus Biegert. Seit kurzem tritt eine US-Aktiengesellschaft an die Öffentlichkeit, die sich „Native American Energy Group“ nennt. Was sie mit den Indianern verbindet? Sie will an die Bodenschätze heran, die unter dem Indianerland liegen. Dazu scheut sie keine Mittel. Es wird versucht, jegliches Misstrauen in den Reservaten im Keim zu ersticken, indem das Unternehmen alte indianische Symbole und Mythen in ihrem Sinne instrumentalisiert. Auf der Website des Unternehmens wimmelt es von alten Kriegern, Tipis und Gesang. Werbestrategen sind die Designer dieses Feldzugs, der nur ein Ziel hat: Gewinnmaximierung durch „Green Energy“ (Atomkraft).
Montag, 8. Oktober: 16.05 Uhr: Der „reiseMax“ mit Beiträgen über das Pine Ridge Reservat und die Black Hills. Elstern führen den Hörer zu den Black Hills, den Schwarzen Hügeln. Rund um die Black Hills liegt ein Ring roter Erde, den jeder Besucher überqueren muss, der in die Black Hills fährt. Und die Elstern wissen ganz genau, was es mit dieser roten Erde auf sich hat.
Dienstag, 9. Oktober: 10.05 Uhr: Das „Notizbuch“ stellt Bobby Henry vor - ein indianischer Medizinmann in Florida. Autorin: Bettina Weiz Bobby Henry ist Medizinmann und spiritueller Führer der Seminolen, einer der modernsten Indianerstämme Amerikas. Daneben ist er auch im Tourismusgeschäft tätig: als Regenmacher, Kanuschnitzer und Erbauer traditioneller Hütten. Hier vermarktet er offensichtlich sehr geschickt seine indianischen Wurzeln und bietet sie – gegen Bezahlung – Sinn-Suchenden weißen Amerikanern an. Wie es scheint, ein gewiefter Geschäftemacher in Sachen Indianer. Was bedeutet dem 67-jährigen Indianer Tradition? Lebt er sie oder vermarktet er sie nur? Außerdem in der Sendung u.a.: Die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, Indianerclubs in der DDR; „Die Nacht der Skinwalker“, Indianerkrimis von Tony Hillermann. 18.05 Uhr: Die Wissenschaftssendung „IQ“ mit „Die Rückkehr der Bisons - Eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes“. Autorin: Madeleine Amberger Einst bevölkerten rund 50 Millionen Bisons die nordamerikanische Prärie. Doch dann drang der ‚weiße Mann’ mit der Eisenbahn nach Westen vor. Ganze Herden wurden gnadenlos abgeschlachtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten nur noch wenige hundert Tiere. Der nordamerikanische Bison stand vor dem Aussterben. Es ist ein Triumph des Artenschutzes, dass sich die Bestände auf etwa eine halbe Million Exemplare erholt haben. Mit der Rettung des Bisons, dem unbestrittenen Symbol des amerikanischen Westens, geht eine neue Wertschätzung aus verschiedenen Gründen einher: Indianerstämme besinnen sich zunehmend auf ihre Traditionen um den Bison als mythisches Tier. Naturschützer demonstrieren mit Erfolg, dass die Prärie, ein fragiles Ökosystem, auf Bisons angewiesen ist. Rancher kennen die einzigartige Anpassung der Tiere an die trockenen Ebenen des Westens und freuen sich über die steigende Nachfrage nach Bisonfleisch. 21.30 Uhr: „Das offene Buch“ mit „Die Welt wird niemals enden“. Alte und heutige Märchen der Dakota-Indianer von Mary Louise Defender Wilson aus dem Klan des „Größeren Bärenhauses“. Sprecherin: Doris Schade Eigentlich sind Geschichten wie diese gar nicht als Text und Lesung gedacht. Sie wurden mündlich überliefert, von Generation zu Generation, im Klang der eigenen Sprache, hier: dem Wichiyena- Dakota. Sie erzählen von Steinwesen und Präriepappeln, von der Ordnung der Welt, der Befriedung wilder Tiere und menschlichen Überlebensstrategien im Einklang mit der Natur. Aber weil sich die Zeiten ändern, dokumentieren heute Wissenschaftler wie Michael Schlottner diesen versunkenen Kosmos. Der Ethnologe traf Mary Louise Defender Wilson, eine engagierte Dakota-Aktivistin und Menschenrechtlerin aus dem Klan des „Größeren Bärenhauses“ vom Reitervolk der Sioux und aus dem Klan der „Tiefgezogenen Mützen“. Namensgeber dieses Stammes war ein Ahne, dem Blitze aus den Augen sprangen, so dass er seine Kopfbedeckung tief ins Gesicht zog. Mary Louise Defender Wilson heißt eigentlich Wagmuhawin, Rasselfrau, benannt nach dem Kürbis, aus dem Rasseln gemacht werden. Als Kind hörte sie die Dakota-Legenden von ihren Großeltern, mit zehn Jahren begann sie selbst zu erzählen, später als Lehrerin des Dakota und als Radiomoderatorin, heute als Sprecherin der Dakota- Indianer im Standing Rock Reservat.
Mittwoch, 10. Oktober: 14.05 Uhr: Die Kindersendung „radioMikro“ mit einem Bericht der Kinderreporter vom Völkerkundemuseum zum Thema „Indianer“. 18.30 Uhr: Die „Nahaufnahme“ mit einer Reportage über den Indianersender „KILI Radio“: „Auf der Antenne eine Adlerfeder“. Autor: Claus Biegert Im Indianerreservat Pine Ridge im US-Bundesstaat South Dakota gibt es eine ungewöhnliche Radiostation: Von hier aus sendet seit 1983 KILI Radio auf 90.1 FM. Der Indianersender – der älteste und bekannteste in den USA - versteht sich als die „Stimme der Oglala Nation“. Hier ist die Türe immer offen für die Hörerinnen und Hörer, hier lebt die alte Sprache wieder auf, hier mischen sich keine weißen Behörden ein. Der Sender entstand auf Initiative der Emanzipationsbewegung American Indian Movement. Er sollte ein Zeichen der Hoffnung sein in einem Reservat, in dem die Arbeitslosigkeit bei über 80 Prozent und die durchschnittliche Lebenserwartung bei unter 50 Jahren liegt. Für die rund 20.000 Menschen, die teilweise weit verstreut in einem Gebiet fast ohne öffentliche Verkehrsmittel leben, ist KILI Radio ein unverzichtbares Informationsmittel. Zwischen Blues, Country, Rock, HipHop und traditionellen Gesängen informiert der Sender über einen nahenden Hurrikan ebenso wie über den Widerstand gegen den Abbau von Uran in den heiligen Bergen, über Diabetes-Vorsorge und die Situation in anderen nordamerikanischen Reservaten.
Donnerstag, 11. Oktober: 14.05 Uhr: Die Kindersendung „radioMikro“ mit einer Themensendung. Das Buch „Was ist was: Indianer“ wird vorgestellt. Außerdem eine Reportage aus einem Indianer-Laden in Penzberg, ein Bericht über Buffalo Bill und ein Rätsel – natürlich auch zum Thema Indianer. 18.05 Uhr: Die Wissenschaftssendung „IQ“ über Indianische Weltsicht und westliche Wissenschaft: „Metacuye Oyasin – Wir sind alle verwandt.“ Autor: Claus Biegert Indianische Weltsicht und indianisches Naturverständnis zeichnen sich durch einen ganzheitlichen Ansatz aus. Wenn die Lakota, Dakota und Nakota (Sioux) ein Ritual beenden, sagen sie „Metakuye Oyasin“ und erinnern an die Verwandtschaft aller Wesen auf dieser Erde, die sie ihre Mutter nennen. Als im Zuge der Entschlüsselung des menschlichen Genoms bekannt wurde, dass wir Menschen mit dem Laubfrosch über 50 Prozent der Gene gemeinsam haben, herrschte bei den Lakota eine andere Art von Überraschung: Sie waren überrascht, dass westliche Wissenschaft doch noch zu dieser, in ihren Augen alten, Erkenntnis gelangt war. Denn seit Jahrtausenden gilt für sie: „Metakuye Oyasin – wir sind alle verwandt.“ Claus Biegert versucht in seiner Gegenüberstellung westliche Überheblichkeit zu erschüttern und indianische Weltsicht über die indianische Welt hinaus zu tragen. 19.05 Uhr: Der „Zündfunk“ mit einer Reportage über junge Indianer und Musik: indianischer HipHop als Lebensstil. Autor: Dirk Rohrbach Welche Musik wird gehört, welche Musik machen sie? Wie drücken sich darin das Lebensgefühl und die Probleme junger Indianer in Nordamerika aus?
Freitag, 12. Oktober: 9.05 Uhr: „radioWissen“ über Indianische Mythen zwischen Klischee und Wirklichkeit, und mit einem Kalenderblatt über die Entdeckung Amerikas. Studiogast: Claus Biegert „Spuren indianischer Kultur in unserem/dem amerikanischen Alltag“. Claus Biegert interviewte den Ethnologen John Weatherfort, Autor des Bestsellers „INDIAN GIVERS“. „Pocahontas und Captain Smith. Ein Feature über die Liebesgeschichte als Gründungsmythos der ‚Neuen Welt’“. Autoren: Markus Metz und Georg Seeßlen. Der große amerikanische Gründungsmythos geht auf eine Liebesgeschichte zurück, die zumindest für eine Zeit lang zum Frieden zwischen den wahren Amerikanern und den weißen Neuankömmlingen geführt haben soll. Jedes amerikanische Schulkind kennt diese Geschichte: als Schulbuch-Lektüre, als Popsong, als Disney-Film, als TV-Serie oder als Comic – eine schöne Legende, die voller Emotion, voller Ideologie, voller mythischer Energie und vor allem voller Widersprüche steckt. Und während man den Indianern das Land nahm, sie in immer engere Reservate zurückdrängte und jeden Vertrag mit ihnen brach, ergötzte man sich in Melodramen-Aufführungen, in Kolportageromanen und im Film an der treuen Liebe zwischen Pocahontas und Captain Smith. Kalenderblatt: Der 12. Oktober 1492 gilt als der Tag, an dem Christoph Kolumbus Amerika entdeckte und die Ureinwohner dort fälschlicherweise „Indianer“ taufte.
Samstag, 13. Oktober: 20.00 – 24.00 Uhr: „RESERVATION BLUES life“, der vierstündige Höhepunkt der Themenwoche auf Bayern 2. Mit Milo Yellow Hair aus Wounded Knee live im Studio - freier Mitarbeiter von „KILI Radio“ und leidenschaftlicher Pferdezüchter. Moderation: Claus Biegert und Achim Bogdahn Ab 23.00 Uhr: Authentische Musik zwischen Tradition und Moderne. Moderation: Achim Bogdahn und Dirk Rohrbach.
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