Wer eine Dia-Multimedia-Performance
von Dirk Rohrbach und Peter Hinz-Rosin besucht, kann sich der atmosphärischen Dichte des Vortrags nicht entziehen.
Manche sprechen anschließend vom "Film", den sie gesehen haben. Doch es ist keiner. Vielleicht liegt es an den sich perfekt ergänzenden Talenten des Reporter-Gespanns Peter Hinz-Rosin und Dirk Rohrbach. Landschaftsbilder, Portraits der heutigen Indianer, Bilder von den Trecks, authentische Musik, O-Töne, und Live-Kommentare sind in einem Rhythmus komponiert, der das Thema ungewohnt plastisch, lebendig werden lässt. Wie im Kino entführt diese in der Form sehr ungewöhnliche Inszenierung in eine eigene Gefühlswelt.
Anhand konkreter Rituale
zeichnen die beiden Journalisten ein Bild von heutigen Indianern, das
durch Nähe und Authentizität besticht.
Ein Bild, das sich geschickt von allen Klischees freihält. Keine "edlen
Wilden", keine Karl-May-Truppe, keine esoterischen Traumvorlagen
bevölkern das ihre Portaits. Vielmehr nähert sich die einmalige
multimediale Live-Performance behutsam, in stetig steigender Spannung
dem Kern des Anliegens. Es geht um Selbstbehauptung von scheinbar Schwachen.
Um den Stolz der historisch Besiegten. Um die Rolle von Erinnerung und
herrschender Wirklichkeit. Von Gedenken und Aufbruch. Das Ergebnis ist
alles andere als schwermütige Erinnerungsarbeit.
Grandiose Bilder beherrschen die riesige Leinwand.
Gerade weil die geschichtliche sowie heutige Realität eingeblendet werden, gelingt
es dem Reportergespann Hinz-Rosin/Rohrbach mit einer einmaligen Mischung
aus Bildern, O-Tönen und packend live gesprochenen Kommentaren eine
Atmosphäre voller Anmut zu erzeugen.
Auf ihren Reisen arbeiten Dirk Rohrbach und Peter Hinz-Rosin
Hand in Hand. Beide fotografieren, beide führen Interviews. Und sie ergänzen sich.
Dirk Rohrbach hat sich als spontan und packend sprechender Rundfunkmoderator
einen Namen gemacht und den inhaltlichen Recherche-Part übernommen. Peter
Hinz-Rosin fängt als kongenialer Fotograf sowohl reportageartige als auch
landschaftsmalerische Eindrücke atemberaubend nahe und authentisch wirkend
ein.
Auf vielen Reisen ins Sioux Land South Dakota
entstanden Bilder und Videos, Stunden von Tonbändern und Blöcke voller Notizen -
die Fülle und Vielfalt des Materials aus dem die beiden schöpfen
ist spürbar. Das Erzähltempo ist abwechselnd anregend aber
nicht hektisch und dann wieder beeindruckend beschaulich. Durch die Mischung
aus verschiedenen Genrebildern in perfekter Qualität, den Originaltönen,
der Musik und den sonor gesprochenen Live-Kommentaren entsteht eine durchgängige
Spannung und zunehmende Faszination. Verständnis wird geweckt, Sympathie
für die Handelnden, positive Nachdenklichkeit. Die folgenden Diskussionen
dauern meist recht lange, geduldig stellen sich die Autoren
den vielen Fragen.
Oft sprechen die Besucher vom "Film", den sie gerade gesehen
haben. Und es ist sicher die überragende Komposition mit der alle
Sinne angesprochen werden, die vergessen lässt, dass man sich "nur" in
einem Dia-Vortrag befunden hat. In einem allerdings, der nach Meinung
von Insidern zu den "derzeitigen absoluten Top-Acts in Deutschland" gehört.